Eckhard Schwarzer: „Wenn wir jetzt nichts tun, werden unsere Städte nach der Krise anders aussehen als vorher.“

Foto: Mittelstandsverbund

2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte, 430.000 Ausbildungsplätze: Die über 230.000 mittelständischen Unternehmen des kooperierenden Mittelstandes brauchen sofort eine Lösung für die Überwindung des akuten Liquiditätsengpasses im Zuge der Corona-Krise. Dem Handel geht das Geld aus. Nach der Schließung der Geschäfte haben fast alle Einzelhändler keine Einnahmen mehr, aber die Kosten laufen weiter. Eckhard Schwarzer, Präsident des Mittelstandsverbunds, warnt, ohne Liquidität sei infolge der von den Behörden angewiesenen Geschäftsschließungen ein Massensterben kleiner und mittlerer Unternehmen – gerade im Handel, Handwerk und im Dienstleistungsbereich – unabwendbar.

Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V. hat jetzt die „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ ins Leben gerufen. Die geforderten Erleichterungen der Bundesregierung werden zwar nach und nach umgesetzt, jedoch ist mehr Tempo gefragt. Die Verbundgruppen des kooperierenden Mittelstandes können hier entlasten – jeder Tag und jede Stunde zählt!  
„Wir trocknen aus! Wenn wir jetzt nichts tun, werden unsere Städte nach der Krise anders aussehen als vorher. Auch unsere einmalig vielfältige Einzelhandelsstruktur steht auf dem Spiel“, erklärt Eckhard Schwarzer. Und weiter: „Insgesamt muss man der Politik ein Lob aussprechen für ihre Handlungsfähigkeit in dieser für jeden Einzelnen persönlich schwierigen Zeit. Die Fördermaßnahmen sind respektabel und bieten grundsätzlich gute Lösungen.“ Erreicht werden konnten schon klare Positionierungen der Politik, die in Form von Gesetzen in den kommenden Tagen Rechtskraft erlangen. So wird die ansonsten zwingende 3-Wochen-Frist für die Anmeldung einer Insolvenz bis zum 30. September 2020 ausgesetzt und auch die Instrumentarien der Insolvenzanfechtung werden weitestgehend außer Kraft gesetzt. Der Mittelstandsverbund hatte sich vorab für eine sofortige Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für den maßgeblich betroffenen Mittelstand eingesetzt. Die Corona-Krise und die bundesweiten Verbote, größere Versammlungen abzuhalten, fallen mitten in die Versammlungssaison. Der Mittelstandsverbund begrüßt daher ausdrücklich, dass gesetzlich oder satzungsgemäß vorgeschriebene Zusammenkünfte und Maßnahmen von Beschlussorganen wie Generalversammlungen, Aufsichtsräten, Mitgliederversammlungen und weitere auch ohne ausdrückliche Regelung in der Satzung unter erleichterten Voraussetzungen (z.B. Umlaufverfahren, Video-Konferenz) stattfinden können. Nur so kann der Mittelstand trotz des aktuellen Lockdowns bei unternehmensstrategischen Fragen handlungsfähig bleiben.