Möbelindustrie fünf Prozent unter Vorjahr

Die deutsche Möbelindustrie hat laut amtlicher Statistik in der ersten Hälfte des Jahres rund 7,9 Mrd. Euro umgesetzt. Das ist ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzrückgang von rund drei Prozent erwartet.

Die Zahlen wurden auf der Wirtschaftspressekonferenz der Verbände der Deutschen Möbelindustrie (VDM) am 26. August in Köln bekannt gegeben. Im Inland sank der Umsatz um 6,2 Prozent auf rund 5,2 Mrd. Euro. Im Ausland ging der Umsatz um 2,9 Prozent auf rund 2,7 Mrd. Euro zurück. Die Exportquote lag mit 34,1 Prozent leicht über dem Vorjahreswert (33,4 %). Segmentbezogen zeigte sich die Küchenmöbelindustrie mit einem Umsatzrückgang von zwei Prozent auf knapp 2,9 Mrd. Euro am stabilsten. Für das dritte Quartal planen einer Verbandsumfrage zufolge 36 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit. Als größte Sorge nennen die befragten Betriebe das schwache Konsumklima sowie den weiterhin rückläufigen Wohnungsbau und die zunehmende Bürokratie.

Exporte und Importe

Bei den Auslandsmärkten bleibt Frankreich mit einem Minus von drei Prozent für die Branche der wichtigste Exportmarkt. Außereuropäischen sind die Vereinigten Staaten der wichtigste Abnehmer deutscher Möbel. Der Absatz stieg hier in der ersten Jahreshälfte um 3,7 Prozent auf rund 132 Mio. Euro. Allerdings ist der Ausblick durch die US-Zölle in Höhe von derzeit 15 Prozent getrübt. Bei den Möbelimporten kommen mittlerweile 30 Prozent aus China. Zweitwichtigstes Lieferland ist Polen mit einem Anteil von 28 Prozent. Insgesamt wuchsen die Möbelimporte nach Deutschland um fast 15 Prozent auf 5,6 Mrd.  Euro. Der Importanteil am deutschen Möbelmarkt stieg auf 59,8 Prozent (2024: 53,1 Prozent).

Prognose

„Für den Herbst rechnen wir mit einer leichten Belebung der Möbelnachfrage gegenüber dem ersten Halbjahr“, erklärte VDM-Geschäftsführer Jan Kurth, unter anderem durch steigende Realeinkommen und den Renovierungsbedarf. Für das Gesamtjahr 2025 wird mit einem Umsatzrückgang von rund drei Prozent gerechnet. 2024 war der Umsatz der Branche mit minus 7,8 Prozent deutlich stärker gesunken.

Die deutsche Möbelindustrie umfasst 400 Betriebe (mit 50 und mehr Beschäftigten) mit insgesamt rund 69.000 Beschäftigten.

Bildtext VDM-Geschäftsführer Jan Kurth rechnet für den Herbst mit einer Belebung der Möbelnachfrage.

Foto: VDM