Bevh: E-Commerce legt weiter zu

Der E-Commerce mit Endkunden ist 2025 erstmals seit vier Jahren wieder in allen Quartalen gestiegen. Erreicht wurde ein Brutto-Umsatz im Warenhandel von 83,1 Mrd. Euro. Im Vorjahr betrug der Umsatz 80,6 Mrd. Euro.

Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent (Vorjahreswert: 1,1 %). Das Wachstum der digitalen Dienstleistungen betrug 7,3 Prozent auf jetzt 14,4 Mrd. Euro. Trotz schwacher Konsumstimmung konnte der Onlinehandel offenbar richtige Kaufimpulse setzen. Jeder dritte Kunde in Deutschland (34,2 %) bestellte durchschnittlich zweimal wöchentlich oder öfter Waren online. Der durchschnittliche Bestellwert stieg von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro. Die Kundenzufriedenheit im E-Commerce bleibt mit 96,2 Prozent auf unverändert hohem Niveau (2024: 96,0 %). Der Anteil der Kunden, die weniger im E-Commerce ausgeben wollen, ist der niedrigste seit vier Jahren (2025: 24,6 %).

Größte Gewinner im Onlinehandel waren Medikamente (+6,0 %) und Lebensmittel (+5,5 %), gefolgt von Tierbedarf (+5,0 %). Haushaltswaren und –geräte legten um 4,8 Prozent zu.

Plattformen chinesischer Herkunft (Shein, Temu und AliExpress) haben wegen extremer Niedrigpreise zwar einen geringen Umsatzanteil, wuchsen mit 27,2 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro aber deutlich schneller als das gesamte Anbietersegment der Marktplätze. Jede 15. Bestellung im Internet wird bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Von den 2,6 Mrd. Euro Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren machte das Wachstum der Plattformen chinesischer Herkunft 30 Prozent aus.

Auch der Handel mit Gebrauchtwaren zieht immer mehr Kunden und Händler an. Die gewerblichen Umsätze im Re-Commerce wuchsen im vergangenen Jahr um 21,8 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro (2024: 1,61 Mrd. Euro).

Der Bevh und das EHI Retail Institute erwarten für 2026 ein weiteres überdurchschnittliches (nominales) Umsatzwachstum im E-Commerce mit Waren von 3,8 Prozent. Ein Ziel der Branche: Bald soll in Europa auch Einkaufen und Bezahlen über KI-Plattformen möglich sein.

Bildtext Der Bevh erwartet, dass der E-Commerce sich auch weiterin besser als der traditionelle Einzelhandel entwickelt.

Bild: Bevh