Porzellanmanufaktur Kahla meldet Insolvenz an

Der Thüringer Porzellanhersteller Kahla hat am 2. März einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dies sei notwendig, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, heißt es von offizieller Seite.

Geschäftsführer Daniel Jeschonowski erklärt: „Wir sind unternehmerisch auf dem richtigen Weg, werden aber in Zukunft mehr Wachstum erreichen müssen.“ Vor diesem Hintergrund sei der Insolvenzantrag der notwendige Schritt, um das Unternehmen strukturell neu aufzustellen. Jeschonowski hatte Kahla erst 2020 übernommen, als das Unternehmen schon einmal in Schwierigkeiten steckte.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Gera der Rechtsanwalt Thomas Jacobs von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Die 120 Mitarbeiter wurden in einer Betriebsversammlung persönlich über das Insolvenzantragsverfahren informiert. Sie werden über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Mit Kunden und Geschäftspartnern wird die Zusammenarbeit in vollem Umfang fortgesetzt. Produktion, Auftragsbearbeitung und Auslieferung erfolgen regulär. Auch neue Aufträge werden weiter  angenommen und ausgeführt.

Für die aktuellen finanziellen Probleme gibt das Unternehmen verschiedene Gründe an.  So sei die Messe- und Ordersaison bislang deutlich schwächer verlaufen als erwartet und insbesondere im Gastronomiebereich eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten. Hinzu kämen erneut stark gestiegene Energiepreise, die für energieintensive Produktionsunternehmen wie eine Porzellanmanufaktur eine erhebliche Belastung darstellen. Das Unternehmen erwartet, dass die Kosten wegen des Iran-Krieges noch weiter ansteigen werden.

Der Betriebsratsvorsitzende Stefan Schau erklärt: „Für uns ist klar: Wir wollen, dass Kahla weiter produziert. Die Mannschaft steht zusammen und arbeitet jeden Tag dafür, dass Aufträge rausgehen und Kunden zufrieden sind. Die Insolvenz ist eine schwierige Situation, aber sie gibt auch die Chance, das Unternehmen neu aufzustellen. Wir ziehen als Belegschaft mit und wollen zeigen, dass dieser Standort eine Zukunft hat.“ Vom 7. bis 12. April sind Besucher, Kunden und Partner zum Porzellanmarkt am Standort Kahla eingeladen.

Bildtext Der Werkseingang von Kahla

Bild: HZ/Mau