EHI-Studie zum Recruiting im Handel

Qualifiziertes Personal zu finden, bleibt für den Handel eine Herausforderung. Die Ergebnisse der EHI-Studie „Talents4Retail 2026“ zeigen, dass Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) zu einem effektiven Recruiting-Prozess beitragen können.

Die Zahl der Bewerber hat sich zwar gesteigert, die Qualität der Kandidaten jedoch nicht. 52 Prozent der befragten Händler haben in den letzten zwölf Monaten etwas mehr Bewerbungen im Vergleich zu den Vorjahren erhalten, 41 Prozent sogar deutlich mehr. Für die meisten Händler (45 Prozent) bewirbt sich jedoch weniger gut geeignetes Personal als in den Vorjahren. Neben den zu hohen Ansprüchen der Bewerbenden und der mangelnden Qualifikation zählt ein unzureichendes Recruiting-Budget (71 Prozent) zu den Top 5-Gründen für die Nichtbesetzung von Stellen in Zentralen. Für die Filialen hingegen sind es Faktoren wie das allgemeine Image des Handels (100 Prozent) mit langen Öffnungszeiten und wenig flexiblen Arbeitszeiten sowie die geringe Anzahl an Personal für HR (100 Prozent), die das Recruiting neuer Mitarbeitenden erschweren.

Um den Recruiting-Prozess möglichst effektiv und effizient zu gestalten, werden immer mehr Technologien eingesetzt. Datenbasierte Tools und KI werden in den Zentralen bereits alltäglich eingesetzt. In den Filialen wird aktuell vor allem auf Bewerbungen per Messenger wie WhatsApp, Facebook oder Instagram (100 Prozent) sowie Sprachnachrichten (90 Prozent) gesetzt, in der Logistik dominieren Bewerbungen via Website, beispielsweise via Video (82 Prozent).

Für die Zukunft erwarten die Personalverantwortlichen der Branche, dass KI in fast allen Bereichen und Stufen des Recruitings eingesetzt wird – von passgenauen Stellenanzeigen über die Vorselektion bis hin zum Bewerbermanagement. Es wurden HR-Verantwortliche aus 38 Unternehmen des deutschen Einzelhandels befragt. Der Lebensmittelhandel ist mit 48 Prozent am häufigsten vertreten. Teilgenommen haben mittelständische Unternehmen sowie große, filialisierte Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von über fünf Mrd. Euro (44 Prozent) und mehr als 10.000 Mitarbeitern (41 Prozent).

Bildtext Ein besonders großes Problem bei der Neubesetzung von Stellen im Handel stellen die hohen Ansprüche der Bewerber dar.

Bild: EHI Retail Institut