NIM/GfK: Kaufzurückhaltung bei Gutverdienern
Das Konsumklima verharrt weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der leichte Rückgang um 0,3 Punkte ist insbesondere auf die Entwicklung in den mittleren Einkommensgruppen zurückzuführen. Dies zeigen die aktuellen soziodemografischen Analysen des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Im Gegensatz zur untersten Einkommensgruppe (untere 25 Prozent), deren Konsumklima sich moderat verbessert hat, ist die Konsumstimmung in den übrigen Einkommenssegmenten zurückgegangen. Am deutlichsten fällt der Rückgang in der Einkommensmitte aus, während die Konsumstimmung bei den obersten 25 Prozent etwas weniger stark nachgibt.
Seit 2019 hat sich die Spreizung des Konsumklimas zwischen der obersten und der untersten Einkommensgruppe deutlich verringert. Während für die oberste Einkommensgruppe anfangs noch deutlich höhere Werte des Konsumklima Indikators feststellbar waren, trübte sich die Stimmung infolge der Corona-Pandemie, der Energiekrise und der anschließenden Hochinflationsphase in allen Einkommensgruppen spürbar ein. Dadurch nahmen die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen sukzessive ab. In der jüngeren Entwicklung haben sich die Verläufe der beiden Gruppen sogar gekreuzt: Während die oberen 25 Prozent früher optimistischer waren als die unteren 25 Prozent, weisen sie heute das deutlich schlechtere Konsumklima auf. Aktuell liegt ihr Konsumklima Indikator mit -36,8 Punkten rund 14 Punkte unter dem Wert der unteren 25 Prozent (-22,7 Punkte).
„Während sich die Verbraucherstimmung in der einkommensschwächsten Gruppe leicht verbessert, zeigen sich Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen derzeit etwas zurückhaltender. Eine mögliche Erklärung sind die laufenden Debatten über Reformen bei Gesundheit, Rente und Einkommensteuer“, sagt Anja Bauer, Senior Researcher beim NIM. „Solange die konkrete Ausgestaltung und die individuellen Be- bzw. Entlastungen unklar bleiben, dürfte dies die Unsicherheit insbesondere in diesen Einkommensgruppen erhöhen.“
Bildtext Das Konsumklima stockt insbesondere bei den Gut- und Besserverdienern. Das könnte Auswirkungen auf höherpreise Haushaltswaren haben.
Foto: HZ/Mau

