IVSH: Stimmung in der Branche trübt sich ein
Die Stimmung in der deutschen Schneid- und Haushaltwarenindustrie hat sich eingetrübt. Nach den positiveren Rückmeldungen der vorangegangenen drei Erhebungen zeigt der IVSH-Situations- und Tendenzbericht für das zweite Quartal 2026 ein zurückhaltenderes Bild.
Von den teilnehmenden Unternehmen bewerten 45 Prozent die Geschäftslage im Inland als schlecht oder sehr schlecht; lediglich 21 Prozent beurteilen sie als gut. In den letzten Quartalen überwogen hingegen die positiven Einschätzungen. Besonders das Inland bereite Sorgen, heißt es in der Meldung des IVSH. Demnach melden 55 Prozent der Unternehmen hierzulande rückläufige Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr. In der Gesamtbetrachtung verzeichnen 42 Prozent einen Rückgang, nur 27 Prozent eine Zunahme.
Die größten Herausforderungen für die kommenden zwölf Monate seien steigende Rohstoffpreise (79 %), zunehmende bürokratische Belastungen (76 %), ein Rückgang der Aufträge (52 %) und steigende Energiekosten (46 %). Zugleich beobachten 73 Prozent der Unternehmen bei ihren Kunden einen stärkeren Fokus auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Insgesamt (In- und Ausland) sehe es etwas positiver aus: 27 Prozent der Befragten erwarten einen leichten Anstieg der Umsätze, 48 Prozent keine Veränderung und nur 25 Prozent leichte Rückgänge. Dies zeige, dass Wachstumschancen weniger im Inland, dafür eher im EU-Ausland und nicht EU-Ausland gesehen werden.
„Unsere Unternehmen geraten von mehreren Seiten unter Druck: Die Nachfrage im Inland schwächelt, während Rohstoff-, Energie- und Bürokratiekosten hoch bleiben. Dass viele Betriebe dennoch in Zukunft, Digitalisierung und Automatisierung investieren wollen, zeigt ihre Zukunftsbereitschaft. Dafür brauchen sie jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und wettbewerbsfähige Energie- und Standortkosten“, sagt Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer des IVSH.
Trotz des schwierigen Umfelds planen 70 Prozent der Unternehmen Investitionen in Digitalisierung und IT-Infrastruktur, 49 Prozent in neue Technologien oder Automatisierung und 42 Prozent in Mitarbeiterqualifizierung.
Bildtext Jan-Frederik Kremer fordert Entlastungen bei Bürokratie, Energie- und Standortkosten.
Foto: IVSH

