Möbelindustrie fordert Reformagenda

Die deutsche Möbelindustrie ist mit einem Minus in das Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2026 setzte die Branche laut amtlicher Statistik rund 3,8 Mrd. Euro um. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Während im Ausland ein geringer Zuwachs von 0,3 Prozent auf rund 1,3 Mrd. Euro gelang, gab der Umsatz auf dem Heimatmarkt um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro nach. Fast 30 Prozent der vom Verband befragten Möbelhersteller planen im zweiten Quartal mit Kurzarbeit. Der Anteil liegt damit annähernd so hoch wie im ersten Quartal (33 Prozent).

Wie Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, berichtet, führen die gestiegenen Energiepreise auch zu höheren Kosten in der Möbelproduktion: „Unsere Hersteller sehen sich mit Preiserhöhungen bei diversen Vorprodukten, darunter Spanplatten, Metallbeschlägen und Polsterschäumen, sowie Logistikdienstleistungen konfrontiert.“ Damit nehme der Druck auf die Branche, die ohnehin unter der US-Zollpolitik, steigenden Möbelimporten, Konsumzurückhaltung und dem stockenden Wohnungsbau zu leiden habe, noch weiter zu.

Lediglich die Küchenmöbelindustrie verbuchte im Auftaktquartal ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Im Segment der sonstigen Möbel und Möbelteile sank der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro. Ebenfalls rückläufig waren Polstermöbel (-9 %), Büromöbel (-5 %), Ladenmöbel (-3,8 %) und die Matratzenindustrie (-8 %). Die Zahl der Möbelbetriebe (mit 50 und mehr Beschäftigten) schrumpfte im Durchschnitt des Auftaktquartals um 6,5 Prozent auf 374; die Zahl der Beschäftigten sank um 5,2 Prozent auf 65.454.

Deutschland brauche eine Reformagenda, die eine positive Perspektive aufzeigt, fordert Kurth. Hierzu gehören steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Baukonjunktur. „Mit den entsprechenden Impulsen setzt unsere Branche auf eine bessere Nachfrageentwicklung ab dem zweiten Halbjahr”, so der Verbandsgeschäftsführer.

Bildtext Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie

Bild: Verbände der Deutschen Möbelindustrie