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Neues aus dem Statistischen Bundesamt
Leicht positiv entwickelt
ERWERBSTÄTIGKEIT Im 1. Quartal 2024 waren rund 45,8 Mio. Personen in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundes- amtes stieg deren Zahl im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 38.000 Personen (+0,1%) nach einem Zuwachs von 21.000 Personen (0,0%) im
4. Quartal 2023 und einem Rückgang von 10.000 Per- sonen (0,0%) im 3. Quartal 2023. Damit hat sich die Erwerbstätigkeit zum Jahresbeginn 2024 leicht positiv entwickelt.
Stille Reserve im Blickpunkt
ARBEITSMARKT Fast 3,2 Mio. Nichterwerbspersonen im Alter von 15 bis 74 Jahren in Deutschland wünschten sich im Jahr 2023 Arbeit. Laut Statistischem Bundes- amt waren das auf der Basis des Mikrozensus und der Arbeitskräfteerhebung knapp 17 Prozent aller Nichter- werbspersonen. Diese sogenannte „stille Reserve“ umfasst Personen ohne Arbeit, die zwar kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind oder mo- mentan nicht aktiv nach Arbeit suchen, sich aber trotz- dem Arbeit wünschen. Sie zählen deshalb nicht zu den knapp 1,4 Mio. Erwerbslosen, sondern werden als ungenutztes Arbeitskräftepotenzial in einer gesonder- ten Gruppe erfasst. Im Jahr 2023 stellten Frauen
57 Prozent der stillen Reserve.
Genehmigungen rückläufig
WOHNUNGSBAU Der Bau von 18.500 Wohnungen ist im März 2024 in Deutschland genehmigt worden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das
24,6 Prozent oder 6.000 Baugenehmigungen weniger als im März 2023. Im Vergleich zum März 2022 sank die Zahl der Genehmigungen sogar um 46,9 Prozent oder 16.300 Wohnungen. Im gesamten 1. Quartal 2024 wurden 53.500 Wohnungen genehmigt. Das waren 22,2 Prozent oder 15.200 Wohnungen weniger als im Vorjahresquartal. In diesen Ergebnissen sind sowohl Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch für neue Wohnun- gen in bestehenden Gebäuden enthalten.
Über der Gesamtteuerung
INFLATIONSRATE Im April 2024 lag die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbrau- cherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – bei
+2,2 Prozent. Im März 2024 hatte sie ebenfalls
+2,2 Prozent betragen. Die Veränderungsrate hatte im Februar 2024 bei +2,5 Prozent gelegen. Seit Jahresbe- ginn liege die Inflationsrate unterhalb von drei Prozent. Insbesondere die Energie- und Nahrungsmittelpreise dämpften die Inflationsrate seit Januar 2024, erklärte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Die Kerninflationsrate − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Ener- gie – liege jedoch seit Jahresbeginn über der Gesamt- teuerung. Wie das Statistische Bundesamt weiter mit- teilt, stiegen die Verbraucherpreise im April 2024 ge- genüber dem Vormonat März 2024 um 0,5 Prozent.
Volumen gibt nach
CHINA-HANDEL Aufgrund deutlich gesunkener Importe aus der Volksrepublik China belegte der langjährig wichtigste Handelspartner Deutschlands im 1. Quartal 2024 nur noch Rang 2 in der Liste der wichtigsten Partnerstaaten im deutschen Außenhandel. Nach Anga- ben des Statistischen Bundesamtes sank der Wert der aus Deutschland nach China exportierten Waren gegen- über dem Vorjahresquartal um 1,1 Prozent auf
24,0 Mrd. Euro, während die Importe aus China um
11,7 Prozent auf 36,0 Mrd. Euro zurückgingen. Das Außenhandelsvolumen (Summe der Exporte und Impor- te) mit China in Höhe von 60,0 Mrd. Euro war damit geringer als das Handelsvolumen mit den Vereinigten Staaten in Höhe von 63,2 Mrd. Euro. Im 1. Quartal 2023 und im Gesamtjahr 2023 hatte der Wert der mit China gehandelten Waren noch knapp über dem Volumen des Außenhandels mit den Vereinigten Staaten gelegen.
Leicht abgenommen
BETRIEBSGRÜNDUNGEN Laut Statistischem Bundesamt wurden im 1. Quartal 2024 in Deutschland rund 32.800 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Den Angaben zufolge waren das 0,9 Prozent weniger neu gegründete größe- re Betriebe als im 1. Quartal 2023. Gleichzeitig sank die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 5,0 Prozent auf rund 27.400.
Magazin
        HZ 3 / 2024 11













































































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